Zentnerweise Muscheln gerettet Hunderte Helfer bei Aktion der Fischereigemeinschaft Weil das Wasser aus der Talsperre abgelassen wird, kämpfen Muscheln und Fische um das Überleben. Massive Baumängel sind der Grund für die Entleerung des Stausees.
Bericht und Bilder von Heinz-Josef Laing, NWZ Friesoythe, FvF v. 21.02.09
Hunderte Helfer folgten am Sonnabend dem Aufruf der Fischergemeinschaft der Thülsfelder Talsperre zu einer großen Rettungsaktion von Fischen und Muscheln in dem Stausee. Der Grund für die Aktion: Nach der Feststellung von massiven Baumängeln am neuen Auslaufbauwerk der Talsperre wird seit dem letzten Montag das Wasser abgelassen. Die meisten Fische schaffen es nicht, sich in den Fluss „Soeste” zu retten, der aus der Talsperre gespeist wird.
Knut Tholen, Hauptgewässerwart des Fischereivereins für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht, freute sich über die große Reaktion auf den Aufruf. Viele Angler waren am Sonnabend an die Talsperre geeilt, um vornehmlich Teichmuscheln einzusammeln. Zentnerweise bargen die Helfer die Muscheln, die anschließend in benachbarten Flussläufen wieder ausgesetzt wurden. Fische wurden direkt in die Soeste umgesetzt. Die Aktion soll in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, wenn weiteres Wasser aus dem Stausee in die Soeste abgelassen wird.
Die Angler übten am Sonnabend heftige Kritik am Vorgehen des für die Talsperre zuständigen Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Landesbehörde habe die Fischereivereine viel zu spät über das Ablassen des Wassers informiert. Jetzt sei der Fischreichtum des Gewässers auf Jahrzehnte extrem schwer geschädigt.
Ein Bericht von der Thülsfelder Talsperre - Fischrettung kam im NDR
Fernsehen am Sonntag, dem 22. Februar 2009.