Wappen Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht e.V.

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Warten auf den Lachs geht weiter
Bislang ist noch kein Fisch zurückgekehrt
20.10.2006 von Heinrich Kaiser, MT Cloppenburg

Cloppenburg – Das Warten auf den Lachs geht weiter: Auch zweieinhalb Jahre, nachdem der Landesfischereiverband Weser-Ems rund 20000 Junglachse in die Soeste ausgesetzt hat, ist noch kein einziger Fisch zurückgekehrt.
Dr. Jens Salva, der Leiter des Projektes, und seine Mitarbeiter haben in diesen Tagen erneut eine Fangeinrichtung bei Kampe aufgebaut. „Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben”, sagte er im Gespräch mit der MT.

Wie berichtet, hatte der Landesfischereiverband im April 2004 und ein Jahr später mit großem Aufwand jeweils 10000 „Smolts”, wie die winzigen „Lachs-Babys” heißen, bei Kampe in Gitterkästen in die Soeste gesetzt und zwei Tage lang über die Leda bis in die Ems begleitet – vorbei an den tückischen Mündungsnetzen in der Ems, mit der Fischer auf Aale aus sind. Von dort schwammen sie alleine weiter in die Nordsee. Warten auf den Lachs

Laut Salva hat sich herausgestellt, dass die zur Nordsee abwandernden Smolts in den Netzen verendeten: „Von 12000 in den vier Vorjahren ausgesetzten Junglachsen hatte es kein einziger zurück in sein Laichgebiet geschafft”, berichtet der 33-Jährige.

Normalerweise kehren ein bis zwei Prozent zurück. Bei den beiden Aktionen waren 20000 Stück ausgesetzt worden. Es müssten also – verteilt über mehrere Jahre – bis zu 400 Stück wieder in Kampe ankommen.

Salva hofft, dass er die Lachse als „Grilse” wiedersehen wird. So heißt der junge Lachs, der einen Winter im Meer verbracht und dabei eine Länge zwischen 55 und 75 Zentimeter erreicht hat.
Exemplare, die zwei Winter im Meer bleiben, können bis zu 1,45 Meter groß werden. Lachse kehren zum Laichen an die Süßwasser-Stelle zurück, an der sie auf ihrer Wanderung ins Meer das erste Mal übernachtet haben. Salva hatte sich für sein Projekt die Stelle, an der die Soeste unter dem Küstenkanal unterführt wird, ausgesucht, weil er dort ideale Fangbedingungen vorzufinden glaubte. Aber bislang ging er leer aus.
„Wir hatten große Probleme mit Krauttrieb,” sagt der promovierte Biologe. Das heißt, dass sich die Netze mit umhertreibenden Wasserpflanzen dichtgesetzt hatten und deshalb nicht fangfähig waren.
Aber auch die Stelle unter dem Düker habe sich nicht als ideal herausgestellt. Deshalb habe er die Fangeinrichtung jetzt in der Nähe der Tierkörper-Beseitigungsanlage aufgebaut. „Da bleibt sie jetzt bis Weihnachten”, sagt Dr. Jens Salva.