Zwei Meter lange Welse, über 35-pfündige Karpfen, kapitale Hechte und Zander wurden bei den Elektrokontrollfischen der Fischereigemeinschaft Thülsfelder Talsperre e.V. (FGTT) im vergangenen Jahr festgestellt.
Die Vertreter der Gemeinschaft hoben auf ihrer Jahresversammlung am 08.06. 2005 im Hotel Seeblick an der Talsperre den insgesamt guten Fischbestand und die für Angler und Touristen gelungene Sanierung der Talsperre hervor.
Mit Sorge wird allerdings der hohe Fraßdruck der Kormorane auf den Jungfischbestand betrachtet. An manchen Tagen, so berichteten die amtlich bestellten Fischereiaufseher, waren dort mehr als 250 Kormorane zu zählen.

Jeder Kormoran frisst pro Tag im Duchschnitt 500 Gramm Fisch, insbeson-dere die sogenannten „Schlundgängigen”.
Daher wurden durch die geschulten Gewässer-warte bei Kontrollfischen ein stark verminderter Bestand an Fischen zwischen ca. 200 und 1.000 Gramm gefunden. Zurück zu führen auf die hohe Zahl der raubenden Kormorane.
Der Kormoranerlass der Landesregierung Nieder-sachsen greift hier nicht, weil die Wasserfederwild-jagd im Naturschutz-gebiet an der Talsperre nicht zugelassen ist.
„Wir kaufen Fischbesatz für viel Geld ein, um die Lücken in der Nahrungskette zu schließen”, klagt FGTT-Vorsitzender Hartwig von Garrel, Friesoythe, „aber offensichtlich kaufen wir diesen Fisch nur, um die Kormorane zu füttern. Irgendwann droht der Fischbestand in der Talsperre zusammen zu brechen. Das ist falsch verstandener Artenschutz!”
Die Talsperre ist weiterhin Attraktion für Angler von nah und fern. Im vergangenen Jahr wurden 705 Angelkarten ausgegeben. Die Fischereigemeinschaft - von durchweg ehrenamtlichen Funktionären getragen - trägt somit wesentlich zur Attraktivität der Region bei.
Wolfgang Düver, FGTT-Geschäftsführer
Bildunterschrift:
Über 2,20 m war der Wels der im Herbst 2004 von Elektro-Kontrollfischern der Fischereigemeinschaft Thülsfelder Talsperre gefangen wurde. Welse sind nicht so furchterregend wie sie aussehen, sie greifen Menschen nicht an, sondern verstecken sich sogar vor ihnen.
v.l.n.r.: Martin Wieborg, Kampe, Gewässerwart, Helmut Schlie, LFV Weser-Ems, Hermann Schade, Gehlenberg, Gewässerwart, Dr. Jens Salva, LFV Weser-Ems, Dipl.-Biologe, Theo Kathmann, Neuscharrel, Gewässerwart, Knut Tholen, Edewechterdamm, Hauptgewässerwart Fischereiverein Friesoythe
Bild L. Wieborg
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