Um die Steuerung ohne Probleme zu meistern, muss man also zwischen der Angelrute (und der Bootsrute) und dem Boot stehen, d.h. die Rute wird für die Fahrt kurzfristig nach hinten versetzt, oder aber: man geht (wenn möglich) mit Watstiefeln ein wenig ins Wasser. Sollte alles funktionieren, befindet sich das Boot schon bald außer Sichtweite, womit ich zum nächsten Teil, der Auslöse, komme.
Um alle Thematiken einzeln abzuhandeln, habe ich bei der Steuerung nicht erwähnt, dass die Angelschnur noch weiter als zum Clip verläuft. Die Schnur wird also ca. 80 cm oberhalb des Bleis geclipt und weiter zum Futterkasten geleitet. In diesen lege ich das Blei, indem ich die untere Klappe (den Boden) öffne und danach wieder verschließe. Kleine Anmerkung zum Verschluss: Der gebogene Kupferdraht, der oben am Ende des Futterkastens herausschaut, geht sozusagen durch den Kasten nach unten durch. Dort ist das Ende wieder umgebogen, so dass bei entsprechender Stellung des Drahtes die Klappe dadurch festgehalten wird.

Befindet sich nun das Boot in aussichtsreicher Position (wo auch immer das ist, bitte melden, wenn jemand Bescheid weiß), ziehe ich kurz an der Angelschnur, wobei sie sich aus dem Clip löst (das Blei ist noch im Futterkasten gefangen). Da dem Boot nun der entsprechende Zug am rechten Ausleger fehlt, macht es unverzüglich eine Linkskurve.
Da ich nur noch die Bootsschnur gespannt halte, ändert sich der Winkel derselben zum Boot, wodurch die
zusätzlich an der Bootsschnur angebrachte Auslöseschnur zum Einsatz kommt. Auch sie wird mittels Clip (aber diesmal an dem gebogenen Kupferdraht) gehalten und durch den Zug, der beim Drehen des Bootes entsteht, dreht sie den Kupferdraht aus eben der Stellung, die den Boden des Kastens gerade noch festhielt. Wird der Zug dann noch stärker, löst sie sich nach getaner Arbeit aus dem Clip. So, das Boot ist immer noch in der Drehbewegung, der Futterkasten öffnet sich und das Blei mitsamt vieler leckerer Boilies rieselt unseren Freunden entgegen. Somit hat sich für die Angelrute alles erledigt, sie kann jetzt ihre Arbeit verrichten. Jetzt sehen wir schon fast die Breitseite des Bootes, wobei durch den immer noch bestehenden Zug an der Bootsschnur der Stromunterbrecher aus seinen zwei Kontakten gezogen wird.
Anmerkung zum Stromunterbrecher:
In dem kleinen Knubbel zwischen Bootsdeckel und Futterkasten befinden sich zwei Kontakte, die mit dem gerollten Draht verbunden werden können. Der Strom ist nun unterbrochen, das Boot zeigt schon fast mit der Nase zu uns und kann eingeholt werden.
Ich hoffe, dass meine Beschreibung halbwegs verständlich ist, ansonsten einfach nochmal alle Bilder ansehen und wieder oben beginnen (bei meiner Freundin hat es funktioniert).
Es liest sich sicherlich kompliziert und manch einer mag denken, dass das „Handling” des Bootes recht schwierig ist und viel Übung erfordert.
Nun, das ist teilweise nicht von der Hand zu weisen. ;-) Wenn man sein Boot jedoch mit der Zeit kennengelernt und in den vielfältigsten Situationen eingesetzt hat, fährt man es mit geschlossenen Augen.
Bislang habe ich noch keine Wettersituation angetroffen, in der ich es nicht einsetzen konnte.
Übrigens, die Tatsache, dass es keine Fernbedienung besitzt, vermeidet ungewolltes Geradeausfahren. :-)
Allgemeines:
Der Futterkasten muss nicht unbedingt genutzt werden, er ist abschraubbar. In dem Fall wird das Blei in die runde Öffnung am Heck des Bootes gelegt, die Angelschnur wieder in den Clip und bei Erreichen des anvisierten Platzes reicht ein Ruck, um die Montage zu Wasser zu lassen.

Futterkästen kann man sich in allen Variationen und Größen basteln, der auf den Bildern ersichtliche hat ein Fassungsvermögen von 2,5 kg.
Meine Futterkästen sind je nach Notwendigkeit schnell gewechselt und reichen von 500 g bis knapp 5 kg Aufnahmekapazität. Bei großen Mengen sollte jedoch nicht unbedingt Sturm herrschen, da sonst auch dieses Schiff die nicht vorhandenen Segel streckt.
Praktisch für den Transport bzw. für das Herausnehmen aus dem Wasser ist ein Griff. Meiner ist eine einfache Gewindestange, die ich entsprechend gebogen, mit Kunststoff überzogen und eingeschraubt habe.
Natürlich ist darauf zu achten, diesen Griff an der richtigen Stelle anzubringen, indem man den Schwerpunkt bestimmt. Man sollte darauf achten, dass man dabei schon die Batterie im Boot hat, sonst liegt man einige Zentimeter daneben. Kann ja nicht alles klappen. :-(
Nützlich für die Nacht ist eine Beleuchtung, die man bei Bedarf anschrauben kann. Weiterhin sollte man daran denken, dass die Ausleger schnell und komfortabel für den Transport zu entfernen sind.
Bei großen Futterkästen sollte man mit Hilfe von Styropor oder Styrophan für zusätzlichen Auftrieb am Heck sorgen (wie auch auf den Bildern ersichtlich).
Zum Einholen nutze ich eine kleine (abgebrochene) Rute mit Multirolle und einer geflochtenen Schnur. Eine geflochtene ist schon Pflicht, da gerade bei großen Entfernungen der Kontakt zum Boot besser ist und man auch nachts das Drehen des Bootes und Auslösen des Stromunterbrechers spürt. Auf der Bootsschnur sammeln sich übrigens im Laufe der Zeit vielerlei Stopperknoten, die die jeweiligen Entfernungen markieren. So ist Füttern und Fischen punktgenau möglich...
Technische Daten:
Material: Bootskörper aus mit Harz gehärteten Polyester- bzw. Glasfasermatten, Deckel aus
Kabelschacht, Auslegerarme aus Aluminium.
Antrieb: Elektromotor Betriebsspannung 4,8-14,4V mit 15000 Umdrehungen, gespeist von 6 V/12Ah
Gewicht: 6,5 kg
Kosten: Das Material müsste für ca. 150-200 Euro zu haben sein, Probleme gibt es bei der Beschaffung geeigneter Rümpfe.
Schraube: M4 Gewinde, die Flügelgröße und -stellung müssen ausprobiert werden, sie sind für jedes Boot anders.
Länge: 85 cm, ohne Futterkasten
Breite: 22cm

Ich habe leider nur Umbauten bewerkstelligen können und sehe mich nicht in der Lage, ein Boot neu zu bauen. Mit ein wenig Geschick, sollte es dem einen oder anderen bestimmt gelingen. Einfacher ist es sicherlich, ein schon bestehendes Boot nach seinen Wünschen umzubauen.
Zur Verdeutlichung, wie so ein Schiffsrumpf aussehen kann, füge ich noch ein paar Bilder hinzu. Hierbei handelt es sich sozusagen um 3 Rumpfrestposten, die nicht mehr erhältlich sind.
Vielleicht können sie jedoch als Anregung dienen.
Deutlich kann man den tiefen Schwerpunkt des Bootes erkennen.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen ist so ein Bootstyp im Gegensatz zu (fast) allen Modellbauten so gut wie kentersicher, zum anderen ragt es bei Nutzung auch nicht wie die Titanic hoch in den Himmel, um von ungebetenen Gästen gesehen zu werden. Nun, manchmal wird wird man morgens von einem Aalangler gefragt, ob man auch das rote Licht auf dem Wasser gesehen hat. ;-)







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