04.08.06 - Thülsfeld. „In der Thülsfelder Talsperre lebt der deutsche Rekordfisch. Da bin ich mir sicher.” Knut Tholen, Hauptgewässerwart des Fischereivereins für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht, glaubt, dass in der Talsperre Welse mit 100 Kilogramm und 2,50 Meter Länge oder mehr leben. Der bisher größte, in Deutschland mit einer Angel gefangene Wels wog 89 Kilogramm und war fast 2,40 Meter lang. In der Talsperre war – wie berichtet – vor einigen Tagen ein Riesenwels mit einem Gewicht von 61 Kilogramm und 2,24 Meter Länge gefangen worden.

Die Zahl der in der Talsperre lebenden Welse sei schwer zu schätzen, sagte der Fischereifachmann gegenüber der NWZ. Vor gut 70 Jahren seien viele Welse in der Talsperre ausgesetzt worden. Von denen könnten sicher einige noch leben.
Regelmäßig würden bei Kontrollen große Welse beobachtet, beim
Elektrofischen im vorletzten Jahr sei ein beachtliches Exemplar von mehr als 2,20 Meter Länge betäubt und dann wieder ausgesetzt worden.
Auf die Frage, wie groß und schwer ein Wels theoretisch werden könne, meinte Tholen, mehr als 150 Kilogramm und drei Meter Länge seien in südlicheren Ländern denkbar. „Hier bei uns werden sie 2,80 Meter und 120 Kilogramm kaum überschreiten, vermute ich mal. Aber genau sagen kann man das erst, wenn man wieder einen größeren fängt.” Die Süßwasser-Raubfische würden annähernd 80 Jahre alt. Der jetzt in der Talsperre gefangene Fisch sei auf ein Alter von etwa 30 bis 40 Jahren geschätzt worden. Insofern könne man sich vorstellen, dass ein nochmal 40 Jahre älteres Exemplar auch noch deutlich größer und schwerer sein müsse.
Welse dieser Größe ernähren sich hauptsächlich von Fischen, wobei sie sogar kleinere Zander oder Hechte erbeuten. Und manchmal fällt ihnen auch ein Wasservogel wie eine Ente oder ein Wasserhuhn zum Opfer.

Wirklich gefährlich für Menschen ist der Raubfisch trotz seiner beachtlichen Größe nicht. „Die Fische saugen ihre Beute mit rund 70 Litern Wasser ein. Und dafür ist selbst ein kleiner Mensch einfach zu groß.” Große Zähne wie etwa Haie haben Welse nicht.
Der riesige Raubfisch hat in der Talsperre ideale Lebensbedingungen. Es gibt ausreichend Refugien, wo er ungestört ist. Auch Nahrung ist ausreichend vorhanden. Die Tiere halten sich bevorzugt in einem Unterschlupf auf wie unterspülte Ufer, versunkene Bäume oder ähnlichem. Welse sind Speisefische und werden auch in Fischteichen gehalten. Schmackhaft ist jedoch nur das Fleisch von jüngeren Exemplaren.
Die meisten Hobbyangler werden in ihrem Leben kaum einmal die Chance haben, einen großen Wels zu fangen. Illegal nachhelfen sollte man dennoch nicht: Der Einsatz von Lebendködern wie lebende Fische sei streng verboten, warnt Knut Tholen allzu eifrige Angler. Die Fischereigemeinschaft Thülsfelder Talsperre (FGTT) kontrolliere dies regelmäßig. Zuwiderhandlungen würden strafrechtlich verfolgt.
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