Die zwischen 1924 und 1927 im Rahmen von Notstandsarbeiten entstandene Thülsfelder Talsperre in der Talaue der Soeste zählt zu den ältesten Anlagen seiner Art in Niedersachsen.
Von 2002 bis 2006 wurde die Thülsfelder Talsperre komplett saniert - mit einem Aufwand von rund 15 Millionen Euro.
Die Sanierungsarbeiten waren unbedingt notwendig: In den letzten beiden Jahrzehnten wurden eine Reihe von Gutachten zur Beurteilung der Sicherheit der Thülsfelder Talsperre erstellt.

Daraus ging hervor, dass die Stand-sicherheit der Dämme nicht mehr ausreichend war und somit der mögliche Stauraum nicht mehr ausgeschöpft werden konnte. Er reduzierte sich um über 50 % auf 5,2 Millionen Kubikmeter Wasser.
Ferner befanden sich Risse im alten Auslaufbauwerk. Außerdem war eine extrem lockere Bodenlagerung vorhan-den, wodurch die Standsicherheit des Bauwerkes beeinträchtigt war. Die an den Hauptbauwerken der Talsperre vorhandenen Anlagenteile entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik und den Sicherheitsanforderungen.
Die landeseigene Anlage befand sich in einem kritischen Alterungszustand.
Der Bauablauf
Erster Spatenstich am 21.06.2002
I. Bauabschnitt
2002/2004: Erstellung eines neuen Auslaufbauwerkes
Gegenstand des ersten Bauabschnittes war die Errichtung eines neuen Auslauf-bauwerkes mit Staudammanschlüssen und Anschluss der Igelrieder Teiche. Im Betriebsgebäude des neuen Auslaufbau-werkes befinden sich sämtliche Steuer-ungseinrichtungen der Talsperre.
Auch das alte Einlaufbauwerk wurde entfernt. Auf den Abriss des alten Auslauf-bauwerkes wurde verzichtet.
Es dient mit dem davor gelegenen Tosebecken als historisches Anschauungsobjekt.
II. Bauabschnitt
2004/2005: Sanierung des östlichen Hauptdammes
Rückbau der Hochwasserentlastungsanlage
Neubau einer Stahlbetonbrücke
Im zweiten Bauabschnitt ist der bestehende östliche Damm auf etwa 3.000 m Länge durch Herstellung eines neuen Vorschüttkörpers mit Zwischenberme und Pflasterwegen saniert worden.
Ein neuer Dammkronenweg wurde hergestellt, vor dem Damm sind Flachwasserzonen entstanden.
Ferner ist das vorhandene Hochwasserentlastungsbauwerk abgebrochen worden.
Als zusätzliche Baustellenzufahrt wurde eine Stahlbetonbrücke im Umfluter am Hotel Seeblick eingebaut.
Das neue Stahlbetonbauwerk mit Rohrleitung dient gleichzeitig zur Wasserableitung in den Umfluter.
III. Bauabschnitt
2005/2006: Neubau des westlichen Hauptdammes
Bepflanzungsmaßnahmen
Auch im dritten Bauabschnitt wurde der bestehende westliche Damm durch eine neue Dammlinie und Dammkronenweg auf etwa 3.000 m Länge saniert. Der westlich gelegene Damm wird ebenfalls mit einem neuen Vorschüttkörper mit Zwischenberme und gepflasterten Unterhaltungswegen angelegt. Flach-wasserzonen entstehen auch auf dieser Seite.
An ausgewählten Stellen (Verbreite-rungen) der gesamten Dammlänge auf östlicher und westlicher Seite wurden in Gruppen Dammbepflanzungen mit stand-ortgerechten heimischen Baum- und Straucharten vorgenommen.
Des Weiteren wurde als Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen ein etwa 3,3 Hektar großer Laubmischwald aufgeforstet und eine ca. 2,75 Hektar große Fläche auf der östlichen Seite der Thülsfelder Talsperre bepflanzt.
Insgesamt wurden etwa 20.000 Pflanzungen durchgeführt.
Bericht und Bilder vom
NLWKN