Die fehlerhaften Arbeiten bei der Sanierung der Talsperre erreichen offenbar eine neue Qualität: Jetzt sieht sich der zuständige Landesbetrieb „aus Sicherheitsgründen” gezwungen, drastische Maßnahmen zu verfügen:
Erstmals in seiner Geschichte wird der gesamte Stausee fast vollständig entleert.
Es seien bei den abschließenden Arbeiten „Fehler in der Planung und Ausführung” entdeckt worden, die zu unerwarteten Problemen führten, hieß es gestern in einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasser-wirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
„Es bleiben noch etwa 100000 Kubikmeter Wasser, das ist so gut wie nichts auf der Fläche”, berichtete Pressesprecherin Herma Heyken im MT-Gespräch. Der Hochwasserschutz sei eingeschränkt gewährleistet.
Verantwortlich für die Misere seien die Ingenieurbüros, die die Aufträge komplett erhalten hätten. „Leider sind diesen externen Experten bei der Sanierung der Talsperre Fehler in der Planung und Ausführung unterlaufen – das haben die Fachleute des NLWKN festgestellt”, sagte Heyken. Das Entleeren hat nicht nur wasserschutzrelevante Konsequenzen: „Wir werden versuchen, die meisten Muscheln zu retten. Aber bei den Fischen haben wir ein echtes Problem”. Darum sei bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Fischereiverbänden Kontakt aufgenommen worden. Hier abzuwägen, sei sehr schwer gefallen, „aber in diesem Fall geht der Hochwasserschutz vor”, betont die Sprecherin.
Das Problem: Schon Ende August 2008 war es nach NLWKN-Angaben unterhalb des Auslaufbauwerkes verstärkt zu Grundwasseraustritten an den Böschungen und an den Fugen der Betonsohle des Auslaufbauwerkes gekommen. Nach weiteren Angaben hatte das beauftragte Ingenieurbüro eine verankerte und wasserundurchlässige Stahlbetonplatte geplant, um direkt unterhalb der Talsperre die Sohle der Soeste abzudichten. Seit November 2008 ruht diese Baustelle: „Es waren zu kurze Zugpfähle gerammt worden, die die Verankerung der 18 Meter langen Betonwanne nicht sicherstellen konnten”, schreibt Heyken. Der NLWKN habe deshalb ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren erwirkt.
Jetzt sei obendrein vom NLWKN festgestellt worden, dass sich im Erdreich unter dem Ablaufstollen verstärkt Hohlräume gebildet haben: Einer der von den Fachfirmen installierten Brunnen, der eigentlich den unkontrollierten Grundwasseraustritt bändigen sollte, habe nicht nur Wasser, sondern vermehrt auch Sand gefördert.
Da die vom NLWKN eingeschalteten Gutachter nicht abschließend abschätzen können, wie weit die Erosion unter dem Ablaufkanal bereits fortgeschritten und welche Gefährdung damit verbunden sei, habe die Aufsicht jetzt verfügt, die Talsperre zu entleeren, um ein Versagen auszuschließen. Damit werde der Druck auf Damm und Ablaufwerk verringert.
Das Entleeren werde etwa eine Woche dauern, zu erkennen sei die Maßnahme voraussichtlich ab Mittwoch. Die Ingenieurbüros arbeiten gleichzeitig an einem Konzept, wie man die Probleme in den Griff bekommt. Zur Verfüllung der Hohlräume komme ein so genanntes Injektionsverfahren infrage: Dabei werden die Hohlräume mit einem geeigneten Material wie etwa Zement gefüllt. Wann die Talsperre wieder gewässert werde, könne noch nicht abgeschätzt werden. „Es wird wohl einige Wochen dauern”, so Heyken.
[Thülsf. Talsperre]
[Soeste]
[Aue]
[Lahe]
[Lahe Ableit.]
[Ohe]
[Marka]
[Sagter-Ems]
[Leda]
[Fries. Kanal]
[Küstenkanal]
[Ambührener See]
[Halener Badesee]
[Galgenmoor]
[Mühlenteich]
[Surfsee]
[Köster's T.]
[Teich II]
[Maiglöckchensee]
[Ententeich]
[MT Teich]
[Ortsgruppenteich]
[Lutzteich]
[Teich Falkenberg]






