Thülsfelde - Die Thülsfelder Talsperre wird sich in diesem Sommer nicht mehr ganz mit Wasser füllen. Lediglich das Winterstau-Niveau (21,50 Meter NN statt 22,50 Meter NN) soll im Juli erreicht werden. Diese für einige anliegende Gastronomiebetreiber ernüchternde Nachricht gab es gestern während eines Informationstreffens im Hotel Seeblick: „Es sind nach wie vor noch nicht alle Probleme behoben», sagte Rainer Carstens vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Für uns bedeutet das klare Umsatzeinbußen“, ärgert sich Heiko Deeken, Betreiber eines Gasthofs und Campingplatzes, im MT-Gespräch.
Der 34-jährige, der gerade eine sechsstellige Summe in seinen „Komfort-Campingplatz“ gesteckt hat, muss schon jetzt mit Dauer-Campern Diskussionen über eine Pachtminderung führen. „Die waren natürlich davon ausgegangen, dass ihre Kinder genauso wie sonst spielen und vor allem baden können“, erklärt Deeken, der auch eine mangelnde Information seitens der Behörden beklagt. Beim Winterstau-Niveau sei das Baden kaum möglich. Zwei große Zeltlager hätten deswegen bereits abgesagt. „Und die Betreiberin der Jugendherberge spricht schon von Kurzarbeit, wenn es zu entsprechend vielen Stornierungen kommt“, berichtet der Gastronom. Er erwarte Schadensersatz, sobald der Schuldige gefunden sei.
Doch die Suche gestaltet sich weiterhin offenbar schwer: Eine Beweissicherung wegen möglicher Fehler der Baufirma läuft noch.
Das Wasser der landeseigenen Talsperre musste im Februar dieses Jahres fast komplett abgelassen werden, weil die Gefahr eines Dammbruchs bestand. Am Ablaufstollen des Gewässers hatten sich Hohlräume gebildet, die mittlerweile mit 18 Kubikmeter Zementmasse aufgefüllt wurden. Eine eigentlich vorgesehene Betonsohle an dem Stollen konnte nicht gebaut werden, da die tragenden Pfähle diese entgegen den Berechnungen der Baufirma nicht hätten tragen können.
Nun wird nach den Worten von Carstens eine verankerte Stahlbetonwanne gebaut. Irmgard Remmers aus dem Geschäftsbereich Naturschutz des NLWKN berichtete, dass seit Mitte Mai die besonders feuchtigkeitsabhängigen Flächen, also zum Beispiel die Uferbereiche mit feuchten Hochstaudenfluren und feuchten Sandheiden im FFH-Gebiet Thülsfelder Talsperre bewässert werden, um Schäden zu vermeiden.
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